Iaido - die Kunst, das Schwert zu ziehen.
Email an Auberge van Beethoven

Diese Kunst bedeutet mehr als der Untertitel verrät! Über die traditionellen Techniken der Schwertkunst hinaus bedeutet sie, zu erkennen, wann der richtige Moment für eine Aktion ist und welches die Anforderungen des "Do" in einer gegebenen Situation sind. Zu diesem Zweck gilt es, sich die überlieferten Formen im Training zu eigen zu machen und daraus das Verständnis für die Dinge des Lebens zu ziehen. Iaido lebt in der Beziehung zu einem Lehrer und in der andauernden Auseinandersetzung. Dies ist ein Geschenk und eine Aufgabe, eine Verpflichtung und eine Chance, durch Erfahrung zu reifen.
Wenn wir heute von "Iaido" sprechen, verstehen wir darunter das Programm der Zen Nihon Kendo Renmai (ZNKR), die in Japan für die Belange des Kendo, Iaido, Jodo und des Naginata-Do zuständig ist. In den Jahren nach 1967 hat diese Organisation eine einheitliche Etikette und typische Schwerttechniken in zwölf Grundformen beschrieben, die aufgrund von Vereinheitlichungen und schriftlicher Festlegung leicht zu unterrichten und zu erlernen sind. Diese zwölf Formen, genannt "Seitei Iai" (oder "Seitei Gata"), wurden mit der Absicht zusammengestellt, den Kendo-Übenden einen Einblick in den korrekten Umgang mit einer "echten" Klinge zu ermöglichen und den Einstieg in verwandte Disziplinen zu erleichtern.
Als Grundlage für die Zusammenstellung der "Seitei Iai"-Formen dienten die meist verbreitesten traditionellen Schwertstile (Koryu). Damit war sichergestellt, daß auch das Seitei Iai eine schnelle Verbreitung erfahren würde und die einzelnen Techniken ein harmonisches System bilden statt einzelne Extreme darzustellen. "Seitei Iai" dient nicht zuletzt aus diesem Grund als Programm für Prüfungen und Meisterschaften. Im Seitei Iai wird neben der "Kunst des Schwertziehens" auch Reiho (Zeremonien der Höflichkeit) gepflegt.
Iaido als Budo-Disziplin
Das Training ist, über die iaido-typischen Aspekte hinaus, eingebettet in Grundprinzipien des Budo. Im folgenden möchte ich Ihnen einen Überblick geben über die wichtigsten Merkmale dieses Begriffes:
Bu
Der Begriff "Budo" drückt das Bestreben aus, die Kampf-"Kunst" vorrangig zur Entwicklung von körperlichen, geistigen und kognitiven Fähigkeiten zu betreiben. Dabei gilt: auch wenn durch das Budo-Training ein adäquates Verhalten in einer Kampfsituation gefördert werden kann, spielt der bloße Sieg über den Gegner eine untergeordnete Rolle. Auch wenn Körper und Geist kampferprobt sind, steht der Begriff "Bu" in unserer Zeit für ein anderes Ideal, für die Haltung des "Nichtkämpfens". Wir üben das Kämpfen mit einem "Partner" anstelle eines "Gegners", in einem sicheren Umfeld und mit einer Wahrnehmung, die nicht zuletzt auf das eigene Verhalten gerichtet ist. In diesem Punkt unterscheidet sich unsere Tätigkeit vom Kampf-"Sport" oder anderen Disziplinen, bei denen die rein technischen Aspekte (z. B. der Selbstverteidigung oder des Punktegewinns) im Vordergrund stehen.
2005 belgete ich den 3. Platz bei der Weltmeisterschaft in Brighton GB.
Download des Zeitungsartikel als JPG (535kB)